Teiba e.V.

Der Prophet Muhammad(s)

Gerade die Person Muhammads (s) wurde in der langjährigen Geschichte der Missverständnisse zwischen Orient und Okzident zu einem Punkt, der wesentliche, tiefe Vorurteile gegenüber dem Islam und den Muslimen begründete. Der Koran sieht Muhammad (s), den Gesandten Gottes, als eine Barmherzigkeit für alle Welten, ein Vorbild in allen Lebenslagen, als jemanden, der sich um das Schicksal der Menschheit sorgte und als einen Menschen, der in seinem Leben die Ergebenheit in Gott vorlebte und zu ihr aufrief. Im Gegensatz dazu wurde er im Abendland teilweise als falscher Prophet oder als Konkurrent zum Propheten Jesus (Friede sei auf ihm) dargestellt.

Da wir genaue Aufzeichnungen und Überlieferungen über das Leben des Propheten Muhammad (s) und seine Zeit besitzen, können wir ohne viel Mühe und Aufwand ein wahrheitsgetreues Bild von ihm zeichnen

Seine Abstammung: 

Er ist Abul-Qasim (Vater von Qasim = arabischer Beiname) Muhammad, Sohn von Abdullah Ibn Abd Al-Muttalib Ibn Haschim, der zum arabischen Stamm Quraiš gehört und dessen Genealogie bis zu Adnan, dem Sohn Ismael, dem Sohn von dem Propheten Abraham reicht. Muhammads Mutter ist Ãmena Bint Wahb (Tochter von Wahb), deren Genealogie ebenfalls zu Adnan, dem Sohn Ismaels, reicht. Der Prophet (Allahs Preisen und Frieden auf ihm) sagt diesbezüglich: “Allah hat Kinana unter den Kindern Ismaels ausgezeichnet, Quraiš unter den Kindern Kinana, unter Quraiš Bani Haschim und dann hat er mich unter den Kindern von Bani Haschim ausgezeichnet.” 

(Sahih Muslim, Hadith Nr.2276)

Durch diese Abstammung ist er der beste der Erdbewohner und von edelster Abstammung. Und dies haben seine Feinde bestätigt. 

Beispielsweise Abu Sufyan war derjenige, der die Feindschaft gegenüber dem Gesandten führte, als er zum Kaiser (Heraklios) von Rom ging, während er noch Polytheist (Muschrek) war. Der Kaiser (Heraklios) befragte ihn über die Abstammung des Gesandten (Allahs Preisen und Frieden auf ihm). „Abu Sufyan sagte: Er (Muhammad (Allahs Preisen und Frieden auf ihm)) ist unter uns von edler Abstammung. Der Kaiser (Heraklios) sagte: Genauso sind die Gesandten. Diese werden gewöhnlich aus den edlen Völkern auserwählt.” 

(Sahih Al-Bukhari, Hadith Nr.2782)

Geburt und Aufwachsen des Propheten 

(Allahs Preisen und Frieden auf ihm) 

Er wurde im Jahre 751 n. Chr. in der Stadt Mekka geboren, welche als religiöses Zentrum der arabischen Halbinsel galt. Denn Mekka ist der Sitz des Heiligtums (Kaaba), das Abraham und sein Sohn Ismael (Allahs Friede auf ihnen beiden) gebaut haben. Die Araber pflegten zur Kaaba zu pilgern und sie zu umrunden. Sein Vater verstarb vor seiner Geburt. Und nach seiner Geburt starb seine Mutter. Somit lebte er als Waise unter der Obhut seines Großvaters Abdul Muttalib.

Nachdem auch sein Großvater gestorben war, nahm sein Onkel Abu Talib ihn in seine Obhut. Sein Stamm und die anderen Stämme um sie herum beteten Götzen aus Holz, Stein oder Gold an. Diese waren um die Kaaba herum aufgestellt. Und sie glaubten, dass diese Götzen ihnen nutzen oder auch schaden konnten. 

Sein ganzes Leben führte Muhammad (Allahs Preisen und Frieden auf ihm) in Wahrhaftigkeit und Ehrlichkeit. Kein Lügen, keinen Betrug, keine Untreue hat man in seiner Lebensweise erfahren, sondern er war unter den Menschen mit dem Zunamen Al-Amin (der Treue, Ehrliche) bekannt. Die Mekkaner pflegten ihre Waren und Güter bei ihm zu hinterlassen und sie ihm anzuvertrauen, wenn sie auf Reisen gingen. Er war unter ihnen als der wahrhaftige Mann bekannt. Er hat sein Leben in bester moralischer Verhaltensweise geführt, die sich durch gutes Sagen und gutes Tun, durch wahres und begabtes Reden, durch Liebe zu den Menschen ausgewiesen hat. Er war gutaussehend, sodass das Auge nicht genug davon bekam, ihn anzuschauen. Er verfügte über ein schönes Aussehen und einen schönen Charakter, mit allem, was diese Worte von Bedeutungen in sich verbergen. So sagt Allah (I) der Erhabene über ihn: ((Und du bist wahrlich von großartiger Wesensart.)) (Qur´an 68:4) 

In seinem Buch “Die Helden” schrieb Th. Carlyle (ein englischer Schriftsteller (1795-1881); entnommen aus dem Buch “Sagten über den Islam”, von Dr. Imad Ad-Din Khalil, Seite 124) über den Propheten (Allahs Preisen und Frieden auf ihm): Man hat an Muhammad (Allahs Preisen und Frieden auf ihm) seit seiner Kindheit beobachten können, dass er ein denkender Junge war. Und seine Gefährten nannten ihn Al-Amin (der Treue, der Ehrliche). Die Ehrlichkeit spiegelte sich in seinen Taten, Aussagen und Gedanken. Seine Gefährten haben bemerkt, dass in den Worten Muhammads (Allahs Preisen und Frieden auf ihm) eine wirkungsvolle Weisheit steckte wenn er redete. Er war ein Mensch, der sehr wenig redete, wenn es keinen Grund zum Reden gab. Doch wenn er redete, dann handelte es sich nur um sehr vernünftiges Gerede. Und wir erkennen in ihm, sein ganzes Leben hindurch, einen Mann mit festen Prinzipien, strenger Entschlossenheit (festen Willen), Weitsichtigkeit, Großzügigkeit, Wohltaten und jemanden, der erbarmungsvoll (gnädig), fromm (gottesfürchtig), unabhängig, freundlich und sehr ernst ist. Und dazu ist er ein sehr einfacher, milder und spaßiger Mensch.

Im Allgemeinen hat sein Gesicht ein wunderschön, aus dem ehrlichen Herzen strahlendes Lächeln aufgezeigt.Er war scharfsinnig (klug) mit einem anständigen Herzen und großartig mit seiner natürlichen Veranlagung. Er wurde nicht in einer Schule ausgebildet, und es hat ihn kein Lehrer erzogen; denn er hat dies nicht benötigt. Und er erledigte seine ihm aufgetragene Aufgabe in diesem Leben allein, inmitten der Wüste. Er war gern allein, deshalb hielt er (Allahs Preisen und Frieden auf ihm) sich die langen Nächte hindurch allein in Ghar Hira’a (die Höhle Hira’a) auf und entfernte sich von den Dummheiten, die sein Volk machten: wie Alkohol trinken, sich vor einer Götzenfigur niederwerfen, für sie opfern oder in ihrem Namen schwören. Er hütete für sein Volk Schafe. Der Gesandte Allahs (Allahs Preisen und Frieden auf ihm) sagte: 

“Allah entsandte keinen Propheten, der nicht Schafe gehütet hätte.” Die Gefährten des Propheten fragten: “Du auch?” Und er antwortete: “Ja! Ich hütete sie gewöhnlich gegen Lohn für die Leute von Makkah.” (Sahih Al-Bukhari, Hadith Nr.2143)

Das Familienleben des Propheten

„Der Beste von euch ist derjenige, der am besten zu seiner Familie ist.“ (Ibn Madja)

Der Mensch ist das vollkommenste Wesen auf der Welt. Denn er hat einen Verstand. Heute steht jedoch dieses Familienmodel sehr großen Problemen gegenüber. Schon allein die Kenntnis über das Familienleben des Propheten Muhammed (Friede sei mit ihm) und die praktische Nachahmung dessen, würde dazu führen, dass diese Probleme von alleine gelöst werden. 

Denn der Koran beschreibt den Propheten als “vorbildlichen” Menschen: „In dem Gesandten Allahs habt ihr wirklich ein schönes Beispiel für jeden, der auf Allah und den Jüngsten Tag hofft und oft Allahs gedenkt.“ [33:21] 

In unserem folgenden Beitrag werden wir nun versuchen ein Bruchteil über das Familienleben dieses vorbildlichen Menschen zu berichten. 

Obwohl es um den Propheten Muhammed (saw) hunderte von Menschen gab, die nur darauf warteten, um ihm dienen zu können, hat Er (saw) seine persönliche Arbeit stets selbst erledigt. Zu Hause hat er seine Kleider alleine gewaschen, seine Flicken selbst genäht, seine Schuhe selbst repariert, seine Schafe gemelkt, sein Kamel gefüttert, mit seinem Diener zusammen an einem Tisch gespeist und mit ihm zusammen den Teig zubereitet. Seine Einkäufe trug er allzeit alleine. Zu Ebu Hurayra, der ihm dabei zur Hand gehen wollte, sagte Er (saw): „Es ist besser, wenn jeder seine Sache selbst trägt.“ 

Auch die Nachfolger des Propheten (saw), Omar (ra) und Ali (ra) folgten diesem Ideal und verdienten ihren Lebensunterhalt selbst, auch nachdem Sie das höchste Amt des Kalifen bekleideten. 

Der Grund warum wir heutzutage nicht genauso handeln, hängt mit unserer teilweise falschen Erziehung zusammen. Wir sollten uns jedoch im Klaren sein, dass ein Mann, der sich schämt seiner Frau zu helfen, gegen die Religion handelt. 

Esved bin Yezid sagte: „Die Ehefrau des Propheten Aisha wurde einmal gefragt, was der Prophet zu Hause tat? Aisha sagte: „Er half seiner Familie; und sobald der Muezzin zum Gebet rief, ging er beten.“ (Buhari, Tirmizi) Eines Tages wollte der Prophet von seiner Familie ein Stück Brot und etwas Beilage. Seine Familie antwortete, dass außer Essig nichts mehr übrig geblieben ist. Daraufhin bat der Prophet um die den Essig und sagte sagte: „Essig ist eine sehr gute Beilage“, und aß es.

Ebu Hurayra sagt: „Der Prophet beschwerte sich nie über das Essen. Wenn es ihm gefiel aß er es; ansonsten sagte Er nichts.“ Der Prophet besuchte seine Familie hauptsächlich im Anschluss an die Morgen- und Nachmittagsgebete und erkundigte sich um ihr Wohlergehen und hörte sich ihre Sorgen an. Er kränkte weder einen seiner Familienmitglieder, noch einen anderen Menschen. Er war stets ein gerechter Ehemann und ein barmherziger Vater.

Der Prophet (saw) sagte einmal: „Der gläubigste Muslim ist der mit dem besten Verhalten. Der Beste von euch ist derjenige, der am besten zu seiner Frau ist.” (Tirmizi) Der Prophet kümmerte sich nicht nur um seine Frauen, sondern auch um deren Verwandten. Immer wenn er ein Schaf schlachtete, ließ Er einen Teil davon den Freunden seiner verstorbenen Frau Chatidsche schicken.

Wenn von dem Familienleben des Propheten gesprochen wird, sollte man nicht nur an seine Frauen und an seine Kinder denken. Zu seiner Familie gehörten Diener, Kinder die er unter seinen Schutz genommen hatte, Enkel und Stiefkinder. Auf Grund seines barmherzigen Verhaltens wollte sich keiner von diesen Familienmitgliedern von dem Propheten trennen.

Nach der Hidschra vertraute seine Mutter den zehn-jährigen Enes dem Propheten (saw) an. Enes berichtet, dass der Prophet ihn niemals fragte, wieso er etwas getan hat und wieso er etwas nicht getan hat. Er habe mit ihm nie geschimpft.

Der Prophet hatte seine Frauen zu Lehrerinnen ausgebildet. Seine Frau Aischa, die bis zu 2210 Hadise überlieferte, war eine der Gelehrten unter seinen Gefährten. Der Prophet versammelte sich abends mit seinen Familienangehörigen und unterhielt sich mit ihnen. Abgesehen von der religiösen Unterweisung, scherzte und lachte der Prophet (saw) mit seiner Familie. Er sorgte für die Entspannung und Unterhaltung seiner Familie und schickte sie zu öffentlichen Veranstaltungen.

An einem Feiertag half er seiner Frau Aischa bei der Besichtigung einer Feier der Abessiner. Der Prophet veranstaltete mit seiner Frau rennen, spielte mit seinen Enkeln, nahm sie in seine Arme und küsste sie.

Die Berufung Muhammads (s) zum Propheten:

Schon Jahre vor der ersten Offenbarung pflegte Muhammad (s) sich zur Meditation auf einen Berg in der Nähe Mekka zurückzuziehen. Er spürte, dass die Glaubensüberzeugungen, Riten und Traditionen seines Stammes, die auf Vielgötterei gründeten, die Menschen in die Irre führten und von ihrer Bestimmung als Geschöpfe Gottes entfernten. In einer Höhle dachte er über all dieses nach, ohne aber eine Lösung und Perspektive zu finden. Im Jahre 610 n.Chr. als er sich wieder einmal alleine in der Höhle zum Nachsinnen und Gottgedenken zurückgezogen hatte, erschien ihm der Engel Gabriel und verkündete ihm, dass er von dem einen einzigen Gott zum Propheten auserwählt worden sei und übermittelte ihm die ersten Offenbarungen des Korans.

Waren die Offenbarungen nur Einbildung?

Muhammad (s) hatte weder an so etwas wie eine Offenbarung gedacht, noch war ihm dies auf irgendeine Weise geläufig. Ein Engel erschien ihm in der Höhle und forderte ihn auf, etwas zu rezitieren. Er stand so sehr unter dem Eindruck der Begegnung mit dem Engel und seiner Aufforderung, die ersten Verse der Offenbarung des Korans zu lesen, dass er ganz verwirrt nach Hause kam. Zitternd bat er seine Frau, ihn mit Decken einzuhüllen. Er erzählte ihr von seinem Erlebnis und bat sie um Rat. Sie antwortete, dass er allen Menschen gegenüber freundlich und gerecht sei und den Notleidenden zur Hilfe eile. Deshalb glaube sie nicht, dass Gott ihn im Stich lassen würde.

Seine Frau nahm Muhammad (s) dann zu einem Verwandten mit, der in den Heiligen Schriften bewandert war. Muhammad (s) erzählte dem alten Mann alles, was er erlebt hatte. Dieser bestätigte, dass er den Engel Gabriel gesehen hatte, der auch vorher zu den früheren Propheten erschienen war.  

Der Aufruf zum Islam

Es begann die Botschaft und der Aufruf zum Islam; denn nach der Offenbarung der ersten Verse des Korans begann der Prophet sein Volk, also die Bewohner von Mekka, öffentlich zum Islam einzuladen. Dabei traf er auf Hartnäckigkeit seitens der Menschen und sie lehnten seinen Aufruf ab, da er (Allahs Preisen und Frieden auf ihm) mit einem fremden Aufruf zu ihnen gekommen war. Dieser Aufruf umfasst nämlich alle Lebensangelegenheiten, ob religiös, politisch, wirtschaftlich oder gesellschaftlich und begrenzt sich nicht nur auf den Monotheismus, der die Einzigkeit Allahs betont und auf die Notwendigkeit, Allah zu gehorchen und Ihn anzubeten. Diese Botschaft rief dazu auf, es zu unterlassen, neben Allah andere Götter bzw. Götzen anzubeten. Vielmehr verbot der Islam ihnen die Quellen ihrer Reichtümer, den Genuss des Heidentums (Dschahiliyya) und nahm ihnen ihren Stolz auf die Vorfahren, indem er den Wucher, Zins, Unzucht, Glücksspiel und den Genuss von alkoholischen Getränken verboten hat. Auch rief er zur Gerechtigkeit zwischen allen Menschen auf, ohne sie voneinander zu unterscheiden, außer in der Gottesfurcht.

Wie reagierte die Umwelt des Propheten Muhammad (s) auf die von ihm verkündete Botschaft?

Der Stamm Quraiš (die Bewohner Mekkas) konnten sich mit dem Islam nicht zufrieden geben. Wo sie doch die Herren der Araber waren! Wie konnte es zwischen ihnen und den Sklaven keinen Unterschied geben? Es blieb nicht dabei, dass sie seinen Aufruf ablehnten, sondern sie beschimpften, beleidigten und verfluchten ihn. Sie machten ihm die verschiedensten Vorwürfe und bezichtigten ihn der Lüge, der Irre und der Zauberei. Sie gingen sogar so weit, dass sie ihm körperlichen Schaden zufügten.

Gerade Menschen aus den unteren Schichten nahmen zunächst den verkündeten Glauben an. Nur die wenigen seiner Anhänger, die angesehenen Familie entstammten, genossen Sicherheit; die übrigen wurden verfolgt, manche sogar ermordet. Die Lage für die Anhänger Muhammads (s) wurde schließlich so kritisch, dass der Prophet (s) sie anwies, nach Abessinien auszuwandern, wo ein christlicher Herrscher regierte. Trotz Drangsal und Verfolgung nahm die Zahl derer, die sich ihm anschlossen, immer weiter zu. Um diese Entwicklung zu stoppen, versuchten die Führer Mekkas, Muhammad (s) zu einem Kompromiss zu bewegen: Sie boten ihm die Übernahme des Königtums und große Reichtümer an. Dafür sollten sie abwechselnd Allah und ihren Götzen huldigen. Muhammad (s) lehnte dies rigoros ab. 

Von Abdullah Ibn Masud (Allahs Wohlgefallen auf ihm) wird berichtet:

“Als der Gesandte Allahs (Allahs Preisen und Frieden auf ihm) bei der Kaaba betete, saß eine Gruppe vom Stamm Quraiš dort. Einer von ihnen sagte: „Kann jemand einen dreckigen, blutigen und verschmutzten Darm eines Kamels besorgen, damit wir es ihm (dem Propheten) zwischen seine Schultern legen, wenn er völlig erschöpft ist?“ Ein elender unter ihnen stand auf und bot an es zu tun. Nachdem er es getan hatte, genossen sie alle den spöttischen Anblick und kicherten bis zum Umfallen. Jemand ging zu Fatimah (Allahs Wohlgefallen auf ihr), welche damals noch ein kleines Mädchen war. Fatimah kam hastig ihrem Vater zur Hilfe, welcher sich noch immer in der gleichen Gebetsposition befand. Fatimah entfernte den dreckigen Kameldarm vom Rücken ihres Vaters, drehte sich um zu den Quraišiten, schrie sie an und verfluchte sie.” (Sahih Al-Bukhari, Hadith Nr.498)

Und von Munieb Al-Azdi wird berichtet: 

“Ich habe den Gesandten Allahs (Allahs Preisen und Frieden auf ihm) in der vorislamischen Zeit Unwissenheit (Dschahiliyya) sagen hören: O ihr Menschen sagt: La Ilaha Illa Allah (Es gibt keinen Gott außer Allah), so werdet ihr Erfolg haben.” Manche spuckten in sein Gesicht, manche bewarfen ihn mit Staub und manche verfluchten ihn bis zur Mittagzeit. Dann kam eine Sklavin (Jariah) mit einem großem Krug (Ba’as), der mit Wasser gefüllt war, und der Gesandte wusch sich sein Gesicht und seine Hände und sagte: “O Mädchen, habe keine Angst um deinen Vater. Weder Demütigung noch Armut wird ihn erfassen.” (Al-Mugam al-Kabeer, Hadith Nr.805) 

Von Urwa Ibn Al-Zubair wird berichtet:

Ich fragte Abdullah Ibn Amro Ibn Al-As darüber, was das schlimmste war, was die Götzendiener mit dem Gesandten Allahs (Allahs Preisen und Frieden auf ihm) gemacht haben? Er sagte: “Uqbah Ibn Abi Muait kam gerade, als der Gesandte Allahs (Allahs Preisen und Frieden auf ihm) bei der Kaaba betete, schlang sein Kleid um den Hals des Propheten und versuchte ihn zu erwürgen. Abu Bakr (Allahs Wohlgefallen auf ihm) kam dahergeeilt, stieß ihn vom Gesandten Allahs (Allahs Preisen und Frieden auf ihm) weg und sagte: “Warum wollt ihr einen Mann töten, dessen einzige Sünde es ist, dass er sagt: ‘Mein Herr (Rabb) ist Allah’? Obwohl er euch auch klare Beweise von eurem Herrn gebracht hat?” (Sahih Al-Bukhari, Hadith Nr.3643)

Muhammad (s) muss seine Heimat verlassen

In Mekka wuchs der Druck auf die Muslime unaufhörlich und der Prophet Muhammad (s) suchte nach Möglichkeiten der freien und ungestörten Verkündigung der Lehre und der täglichen Umsetzung entsprechend dieser Botschaft.

Während der Pilgersaison im Jahre 621 traf Muhammad (s) eine Gruppe von Leuten aus Yathrib (der späteren Stadt Medina), die dem neuen Glauben gegenüber sehr aufgeschlossen waren. Im darauf folgenden Jahr kamen die Leute aus Yathrib mit einer größeren Delegation nach Mekka und luden Muhammad (s) in ihre Stadt ein und versprachen ihm, ihn zu unterstützen. So gab der Prophet (s) den Muslimen die Anweisung, nach Medina auszuwandern, wo sie sicher sein würden und ihren Glauben frei ausüben könnten. Dieses Ereignis (Hidschra) markiert den Beginn der islamischen Zeitrechnung.

Inzwischen fassten die Mekkaner den Entschluss, Muhammad (s) endgültig loszuwerden und ihn zu töten. Ihr Plan ging nicht auf. Kurz zuvor verließ der Prophet Muhammad (s) als einer der letzten, zusammen mit seinem Gefährten Abu Bakr, die Stadt. Obwohl die Mekkaner seine Spur aufnahmen, gelang es ihnen nicht, ihn ausfindig zu machen, und er konnte Medina sicher erreichen.

Er und seine Gefährten wurden von den Bewohnern Al-Madina’s mit einem sehr schönen Empfang begrüßt. Somit war dieser Ort der Ausgangspunkt für seinen Aufruf (Dawa) und die Hauptstadt des islamischen Staates. Der Gesandte Allahs (Allahs Preisen und Frieden auf ihm) ließ sich dort nieder und begann den Menschen die Qur´an-Rezitation beizubringen und lehrte sie die islamischen Anordnungen der Schari'a. Die Bewohner Al-Madina‘s waren von den vornehmen und moralischen Charaktereigenschaften des Gesandten Allahs (Allahs Preisen und Frieden auf ihm) beeindruckt; sie schätzten ihn sehr hoch und liebten ihn sogar mehr als sich selbst.

Die Gründung der muslimischen Gesellschaft

Die Bewohner Al-Madina’s begaben sich mit Eifer in den Dienst des Gesandten und gaben ihm ihr Teuerstes. Deshalb lebten sie in einer gläubigen und seelisch gesunden Gesellschaft, voller Zufriedenheit und Fröhlichkeit. Als Merkmale dieser Gesellschaft waren die feste und tiefste Zuneigung, Brüderlichkeit und Liebe zwischen den Muslimen zu erkennen. Deshalb waren die Mitglieder dieser Gesellschaft mit ihren Reichen, Armen, Edlen, Einfachen, Schwarzen, Weißen, Arabern und Nicht-Arabern durch diese Religion alle gleich. Es gab zwischen ihnen keine Unterschiede, außer in der Gottesfurcht der Einzelnen. Nach einem Jahr der Niederlassung des Gesandten in Al-Madina, fingen die Zusammenstöße mit seinem Volk aus Quraiš an, die es nicht mit ansehen konnten, wie der Aufruf zum Islam immer stärker wurde. 

Deshalb fand der erste Kampf in der islamischen Geschichte (Badr-Kampf) zwischen zwei unterschiedlichen Gruppen statt. Dieser Unterschied erstreckte sich auch auf die Anzahl und die Ausrüstung, denn die Muslime zählten 314 Kämpfer, während ihnen 1000 Kämpfer der Ungläubigen gegenüberstanden. Und dadurch, dass Allah (Er ist frei von Unvollkommenheit, der Allerhöchste) den Gesandten und seine Gefährten unterstützte, wurden sie zum Sieger dieses Kampfes. Diesem folgten noch andere Kämpfe zwischen den Muslimen und den Ungläubigen.

In Medina entwickelte sich eine gut organisierte Gemeinschaft mit verschiedenen Institutionen wie Moschee, Markt und Handelswesen sowie einer eigenen Gerichtsbarkeit und die Muslime konnten sich in dieser Situation, frei von individueller Verfolgung, auf ein Leben nach der islamischen Lehre konzentrieren. Die aus Muslimen, Juden und anderen bestehende Einwohnerschaft Medinas akzeptierte die Führungsrolle Muhammads (s). Vor allem fand er die völlige Unterstützung der beiden wichtigsten Stämme Medinas, nachdem diese den Islam angenommen hatten. Bezüglich der Juden ging Muhammad (s) davon aus, dass sie als Anhänger einer Offenbarungsreligion unvoreingenommen auf ihn reagieren und die neue Lehre verstehen würden. 

Darüber hinaus gab es in Medina allerdings auch eine Gruppe von (einflussreichen) Leuten, die den Islam nur aus Opportunismus annahmen. Muhammad (s) schloss 623 n. Chr. mit den Vertretern der unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen Medinas einen Gemeindevertrag, der im Wesentlichen darin bestand, dass die muslimischen und jüdischen Stämme zu gegenseitigem Schutz verpflichtet waren. Diese erste schriftlich fixierte Verfassung diente den Muslimen als Grundmodell für spätere Staatsstrukturen.

Wie kam es, dass Muhammad (s) auch die politische Führung übernahm?

Wie das Judentum kennt auch der Islam keine Trennung vom Geistlichem und Weltlichem. Das zeigt sich vor allem in den Konzepten für eine gottergebene Lebensweise, die der Islam für die unterschiedlichsten Lebensbereiche liefert: Privat- und Familienleben gehören ebenso dazu wie Wirtschaft, internationale Beziehungen usw. So ist es nicht verwunderlich, dass der Prophet Muhammad (s) als Beispiel in unterschiedlichsten Funktionen wahrgenommen wird: Als Familienvater und Ehemann, als Nachbar und Freund, als Diplomat und Staatsmann. 

Mekka, die Heimat

Nach 8 Jahren schaffte es der Gesandte mit Allahs Willen und einer Streitmacht aus 10.000 Kämpfern, in die Stadt Makkah friedlich und ohne Blutvergießen zurück zu kehren. Sie besiegten seinen Stamm und all die Menschen, die den Muslimen Schaden aller Art zugefügt hatten, sie gefoltert hatten und sie soweit brachten, dass sie ihre Heimat, ihre Kinder und ihr Vermögen verlassen mussten. Der Sieg war großartig, und deshalb wurde dieses Jahr, als das Jahr des Sieges (Al-Fath) bezeichnet. Allah (Er ist frei von Unvollkommenheit, der Allerhöchste) sagt: ((Wenn Allahs Hilfe kommt und der Sieg, und du die Menschen in Allahs Religion in Scharen eintreten siehst, dann lobpreise deinen Herrn (Rabb) und bitte Ihn um Vergebung; gewiss, Er ist Reue-Annehmend.))(Qur´an 110:1-3) Dann veranlasste es der Gesandte Allahs (Allahs Preisen und Frieden auf ihm), dass sich die Bewohner von Makkah versammelten und sprach zu ihnen:

“Was denkt ihr, was ich mit euch machen werde?” Sie antworteten: “Gutes! Du bist ein großzügiger Bruder und Sohn eines großzügigen Bruders.” Dann entgegnete der Gesandte Allahs (Allahs Preisen und Frieden auf ihm) : “Geht, ihr seid frei.”

(SunanAl-Baihaqii,Hadith Nr.18055)

Dieses Verhalten war ein Grund dafür, dass viele Bewohner von Makkah den Islam als Religion annahmen. Danach kehrte der Gesandte Allahs (Allahs Preisen und Frieden auf ihm) nach Al-Madina zurück und machte sich nach einer bestimmten Zeitspanne, mit 114.000 Gefährten, die ihm folgten, auf den Weg nach Mekka, um die Pilger-Riten zu verrichten. Diese Pilgerfahrt ist als Abschieds-Pilgerfahrt bekannt, weil sie die letzte war, die der Gesandte Allahs (Allahs Preisen und Frieden auf ihm) durchgeführt hatte.

Mohamed (s) lebte und starb wie ein Mensch

Der Prophet Muhammad (s) war, wie alle anderen Propheten vor ihm, ein menschliches Wesen. Da er niemals eine göttliche Wesensart für sich beanspruchte und sogar immer darauf hinwies, dass ihm so etwas nicht zugeschrieben werden sollte, lebte und starb er wie ein Mensch. Der Unterschied zwischen ihm und anderen Menschen bestand „nur“ darin, dass Gott ihm den Koran offenbarte und Gott seine Verhaltensweisen vor Verfehlungen beschützte. Der Prophet Muhammad (s) wird deshalb von den Muslimen geehrt und geliebt und als nachzueiferndes Vorbild angesehen, aber in keiner Weise angebetet.

Er (Allahs Preisen und Frieden auf ihm) starb dann am Montag, dem 12. Rabi’ul Thani, im Jahre 11 nach der Hidschrah (Auswanderungs-Jahr), im Alter von 63 Jahren, nachdem der ganze Qur’an offenbart worden und die Religion vollkommen war.

Er wurde in Al-Madina begraben. Die Muslime waren durch den Tod des Gesandten Allahs (Allahs Preisen und Frieden auf ihm) schockiert. Manche Gefährten, wie Umar Ibn Al-Chattab (Allahs Wohlgefallen auf ihm), der seinen Tod nicht wahrhaben konnte, sagte: ‘Wenn ich jemanden höre, der sagt, dass Muhammad gestorben ist, dem werde ich den Nacken (Kopf) abschlagen. Dann stand Abu Bakr (Allahs Wohlgefallen auf ihm) auf und rezitierte die Aussage Allahs (Er ist frei von Unvollkommenheit, der Allerhöchste): ((Und Muhammad ist doch nur ein Gesandter, vor dem schon Gesandte vorübergegangen sind. Wenn er nun stirbt oder getötet wird, werdet ihr euch (dann) auf den Fersen umkehren? Und wer sich auf den Fersen umkehrt, wird Allah keinerlei Schaden zufügen. Aber Allah wird (es) den Dankbaren vergelten.)) (Qur´an 3:144) Als Umar diesen Vers hörte, stand er still; denn er (Allahs Wohlgefallen auf ihm) war jemand, der sich an das Buch Allahs hielt.

Der Gesandte Allahs (Allahs Preisen und Frieden auf ihm) war damals 63 Jahre alt, er lebte 40 Jahre in Makkah vor der Offenbarung und blieb nach der ersten Offenbarung 13 Jahre in Makkah, um die Menschen zum Monotheismus aufzurufen und seine Botschaft an die Menschen zu übermitteln. Nach dieser Zeitspanne wanderte er nach Al-Madina aus und lebte weitere 10 Jahre dort, wobei die Offenbarungen (Wahi) weitergingen, bis der Qur´an in seiner vollkommen Form herabgesandt worden war und die islamischen Anordnungen der Schari'a vollendet waren.

Dr. Gustav Lebon (französischer Arzt und Historiker, der sich mit der orientalischen Kultur befasst hat; entnommen aus dem Buch “Sagten über den Islam”, von Dr. Imad Ad-Din Khalil, Seite 135) sagt in seinem Buch “Arabische Kultur”: Wenn man den Wert der Männer mit ihren Taten messen würde, dann ist Muhammad (Allahs Preisen und Frieden auf ihm) einer der großartigsten Männer, den die Geschichte kennt. Die westlichen Forscher haben Muhammad (Allahs Preisen und Frieden auf ihm) stets gerecht beschrieben, obwohl der Religions-Fanatismus das Verständnis (den Einblick) vieler Historiker verblendet hatte, und sie seine Vorzüglichkeiten nicht anerkennen wollten.

Faire Aussagen über Muhammad (s)

Professor Keith Moor schrieb in seinem Buch “The developing human”: Ich habe überhaupt keine Schwierigkeiten, um die Worte des edlen Qur'ans zu akzeptieren. Denn die Beschreibung des Fötus (Babys) im edlen Qur'an kann nicht auf dem Wissen und den medizinischen Informationen des 7. Jahrhundert basieren. Die einzige und vernünftige Schlussfolgerung dafür ist, dass diese Beschreibungen an Muhammad (Allahs Preisen und Frieden auf ihm) von Allah (Er ist frei von Unvollkommenheit, der Allerhöchste) offenbart wurden.

Wool Durant schrieb in seinem Buch “Kultur Geschichte” im 21. Teil: Wenn wir die Großartigkeit beschreiben wollen, was ein großartiger Mensch für einen Einfluss auf die Menschen haben kann, dann sagen wir, dass der Gesandte des Islam einer der Größten der Großen der Geschichte ist. Denn er hat den Trotz des Fanatismus und des Aberglaubens bändigen können. Und er baute auf das Judentum, Christentum und die alten Religionen seines Volkes eine ganz einfache, klare und starke Religion auf, die bis zum heutigen Tag mit einer sehr gefährlichen Macht überlebt hat.

Georg de Toulz schrieb in seinem Buch “Das Leben”: Der Zweifel über die Sendung Muhammads (Allahs Preisen und Frieden auf ihm) ist der Zweifel an der Göttlichen Allmacht, welche die ganze Schöpfung umfasst.

- Der Wissenschaftler Walse schrieb in seinem Buch “Der Wahre Prophet”: Einer der deutlichsten Beweise für die Ehrlichkeit des Propheten Muhammad (Allahs Preisen und Frieden auf ihm) ist, dass seine Familie und die ihm nächsten Menschen die ersten waren, die ihm glaubten. Denn sie wussten alles über ihn und seine Geheimnisse. Und wenn sie den geringsten Zweifel an seiner Ehrlichkeit gehabt hätten, hätten sie nicht an ihn geglaubt.

- Der spanische Orientalist Jane Lec schreibt in seinem Buch “Die Araber”: Niemals kann das Leben Muhammads so beschrieben werden wie Allah (Er ist frei von Unvollkommenheit, der Allerhöchste) es in folgender Aussage beschrieben hat: ((Und Wir haben dich nur als Barmherzigkeit für die Weltenbewohner gesandt.)) (Qur´an 21:107) Muhammad war eine wahrhaftige Barmherzigkeit. Und ich spreche den Segen über ihn mit Sehnsucht. 

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